Ostersonntag. Feiertag. Minimaler Industrieverbrauch. Maximale Sonne. Ja, da entsteht Überschuss. Genau wie an Weihnachten, wenn deutsche Autobahnen leer sind, niemand daraus schließt, dass wir zu viele Straßen haben.
Was die 4,6 Millionen Euro in einer Stunde betrifft: Klingt dramatisch. Setzen wir es in Relation. Die fossilen Energieimporte kosten Deutschland rund 100 Milliarden Euro pro Jahr. Jede Kilowattstunde Erneuerbarer Strom, die fossile Importe ersetzt, spart ein Vielfaches dessen, was negative Börsenpreise an Feiertagen kosten.
Was negative Preise tatsächlich zeigen: Nicht dass wir zu viele Erneuerbare haben, sondern dass konventionelle Kraftwerke nicht flexibel genug runterfahren und uns Speicher und flexible Verbraucher fehlen. Ein Elektrolyseur hätte aus diesem “überflüssigen” Strom grünen Wasserstoff gemacht. Ein Batteriespeicher hätte ihn für den Abend aufgehoben. Eine flexible Industrielast hätte ihn genutzt.
Übrigens: Frankreich hatte mit seinen unflexiblen Atomkraftwerken jahrelang dasselbe Problem mit negativen Preisen. Davon spricht in dieser Debatte seltsamerweise niemand.
Das Land ruiniert sich nicht durch billigen Strom an Feiertagen. Es ruiniert sich durch fossile Abhängigkeit von Märkten, deren Preise gerade von einem Krieg am Persischen Golf diktiert werden. 🤷♂️