Schleswig-Holstein zeigt echten Mut und das ist genau der richtige Ansatz!
Statt gleich das ganze Land auf einen Schlag umzukrempeln, testet ein einzelnes Bundesland mit 60.000 Rechnern und 44.000 E-Mail-Postfächern konsequent Open Source: Linux statt Windows, LibreOffice statt Microsoft 365. Das ist kein riskantes Großexperiment, sondern ein smarter, überschaubarer Praxistest. Genau so lernt man, was wirklich funktioniert und was nicht.
Das stärkt die digitale Souveränität, macht uns unabhängiger von US-Konzernen und schützt sensible Daten vor fremdem Zugriff.
Ein kluger, verantwortungsvoller Schritt, der zeigt: Hier wird nicht nur geredet, sondern gehandelt.Trotzdem lohnt ein ehrlicher Blick in den Rückspiegel. Das bekannteste Beispiel ist das LiMux-Projekt in München: Anfang der 2000er wurde die gesamte Stadtverwaltung auf Linux und OpenOffice umgestellt mit viel Idealismus und dem Ziel, Kosten zu sparen und unabhängig zu werden.
Am Ende kämpften die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jahrelang mit komplizierten Dokumenten, die bei externen Partnern nicht richtig ankamen, mit fehlenden Fachanwendungen und vor allem mit Hardware wie Druckern und Scannern, für die es einfach keine vernünftigen Open-Source-Treiber gab. Nach rund 15 Jahren und viel Frust entschied sich der Stadtrat 2017 für die Rückkehr zu Windows.
Ähnliche Geschichten gibt es aus anderen Kommunen: zu hohe Hürden bei der Alltagstauglichkeit, Akzeptanzprobleme und unterschätzte technische Tücken führten oft zu vorzeitigen Abbrüchen.
🇪🇺Genau hier sollte die EU jetzt einen klaren, mutigen Punkt setzen: Für jedes Hardwareprodukt Drucker, Scanner, Kopierer oder ähnliche Geräte muss künftig gelten, dass es nur noch in die EU eingeführt werden darf, wenn offene Treiber für Open-Source-Software zur Verfügung stehen. Und das gilt genauso für Software-Lösungen und Schnittstellen:
Programme wie Adobe PDF müssen voll auf Linux laufen ist das nicht der Fall, ist der Vertrieb in der EU nicht gestattet.
Dabei kann man kluge Ausnahmen für junge Start-ups machen, damit die Entwicklung nicht zu teuer und innovativ bleibt. Für gestandene Tech-Giganten wie Adobe, Google, Microsoft und Co. hingegen sollte das absolut machbar und verpflichtend sein. Punkt.
KEINE TREIBER, KEIN IMPORT. Keine fehlenden Schnittstellen mehr, die Linux und Co. von vornherein ausschließen. Damit würde man nicht nur Schleswig-Holstein den Rücken stärken, sondern allen öffentlichen Verwaltungen in Europa den Weg ebnen. Das wäre der echte Game-Changer!
Schleswig-Holstein hat jetzt die große Chance, genau aus diesen Fehlern zu lernen. Mit guter Planung, echten Schulungen und enger Begleitung der Kolleginnen und Kollegen kann aus dem Pilot ein echter Erfolg werden und vielleicht sogar ein Vorbild für ganz Deutschland. Wenn das klappt, dann war der mutige Schritt nicht nur richtig, sondern wegweisend.