Ein paar Gedanken zur Lobbyarbeit der Fahrradbranche ... : "Manchmal glaube ich, die Fahrradbranche hat immer noch nicht verstanden, mit welchem Gegner sie es zu tun hat: Erstens die Automobilindustrie mit jahrzehntelanger, herausragend guter Lobbyarbeit und prall gefüllten Budgets. Zweitens die seit Jahrzehnten bestehende Loyalität der Politik und Bürger gegenüber dem Auto. Drittens glauben Teile des Einzelhandels, dass Radverkehr Umsatz kostet – was widerlegt ist. Um diese starken Widerstände zu überwinden, braucht es mehr Aufwand und Commitment. Nur Geld verdienen reicht nicht. ...
Die Branche muss auch an sich selbst arbeiten. Teile der Fahrradbranche merken gar nicht, wie wir nach außen wirken. Da fehlt es an Selbstreflexion. Die Fahrradszene steht politisch dem rot-grünen Lager sehr nahe, das spiegelt sich in der Wortwahl und im Auftreten wider. Das wirkt auf bürgerliche Zielgruppen zu oft abschreckend. Manche merken nicht, wenn sie geöffnete Türen aus Versehen oder Vorsatz wieder verschließen.
Ein aktuelles Beispiel ist neben Radvolution der Buchtitel ,Autokratie‘: Das ruft Bilder hervor, die bei autoaffinen Parteien und Bürgerinnen und Bürgern sofort die Abwehrhaltung und den Kulturkampf aktivieren. Natürlich fühlen die sich angegriffen. Aber wenn wir nicht mal miteinander sprechen, werden wir unsere Ziele nicht erreichen.
Um das zu verhindern, sollten wir unseren Gegnern zuhören und versuchen, Gemeinsamkeiten zu finden. Gute Radwege verbessern den Autoverkehr, denn jeder der umsteigt, reduziert Stau- und Parkplatzsorgen.“
Mehr von diesen Gedanken in unserem Buch Die Verkehrswesen - Miteinander den Kulturkampf beenden , der Link dazu im ersten Kommentar.
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