Hier der Text:
Heute war ich am Augusta-Denkmal. Dort ist der normalerweise gemeinsam durch Fußgänger und Radfahrer zu nutzende Weg auf Grund des Augustafestes für Radfahrer gesperrt. Mehrere große Verkehrsschilder wiesen darauf hin. Und es kam, wie es kommen mußte. Zahlreiche Radfahrer fuhren, auch in Gruppen, auf diesem Weg. Ich schaute, ob ich irgendwo eine Polizeistreife entdecke. Nein. Derweil beobachtete ich einen Radfahrer, wie er fast in die Hacken eines älteren Herrn fuhr, um dann seinen linken Arm touchierend, vorbeizurasen.
Ich brach meinen Besuch verärgert ab. Oben auf den Gehwegen an der Rheinbrücke schrie mich ein Radfahrer an, ich solle nach vorn schauen. Der nächste raste dicht an mir vorbei. Plötzlich stand ich mitten in 3 Radfahrern, die vorbeirasten.
Jetzt reicht es. Also rief ich das Koblenzer Ordnungsamt an.
Mir wurde erklärt, man sei nicht zuständig, es sei fließender Verkehr. Ähm. Grünanlage? Ich erläuterte dem Herrn meinen Standpunkt. Spaziergang abgebrochen, Radfahrer, Gefahren, Behinderung. Er werde, wenn verfügbar, eine Streife hinschicken, die sich das ansieht.
Nach meiner Erfahrung wird dort kein Radfahrer vom Ordnungsamt zur Rechenschaft gezogen worden sein, auch am 07.06.2026 nicht, wenn noch mehr Stände geöffnet sind und noch mehr Fußgänger unterwegs sind. Der Anruf hätte genauso in Berlin ablaufen können, wo ich lebe. Fahrverbot, Gartendenkmal, Massen an Radfahrern. Und keiner macht etwas dagegen.
Es ist nicht meine erste dieser Erfahrungen in Koblenz. Seit über 30 Jahren besuche ich die Stadt.
Insbesondere Politik, NGO und die Klimaretter haben die Fahrradnutzung den Menschen suggeriert, dass Radfahren etwas besonders Gutes ist, man damit sich als Klimaschützer auszeichnet. In Berlin schrieb mir eine Behörde mal, man habe keine Handhabe gegen Radfahrer, die sich falsch verhalten, es sei politisch gewollt, dass das Fahrrad benutzt wird. Das ist vielen, leider zu vielen Radfahrern psychisch nicht bekommen. In Verbindung mit Leistungsdruck (alle wollen besonders schnell, schnittig sein) und der heutzutage weit verbreiteten Rücksichtslosigkeit und dem Egoismus hat das zu einer Gruppe Verkehrsteilnehmer geführt, denen jegliche Regeln völlig egal sind und die gnadenlos Fußgänger gefährden.
Gern wird dann ausgeführt, dass Radfahrer doch niemanden umbringen. Das ist falsch. Fußgänger sterben durch Radfahrunfälle. Werden verletzt. Und was noch viel schlimmer ist: Die Angst selbst, umgefahren zu werden führt zu einem Vermeidungsverhalten. Wege, wie der am Rhein sind für Fußgänger eine Art Vorhölle, die Aufenthaltsqualität löst sich beim 5. Radfahrer, der an einem vorbeijagt, in Luft auf. Folge: Man geht nicht mehr hin.
Mein Verständnis für die Politik und die Ordnungsbehörden ist gleich null, dass selbstverständliche Regeln nicht durchgesetzt werden. Eine rote Ampel ist bei einem Radfahrer auch ein Stoppzeichen. Ein Durchfahrtverbot für Radfahrer ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern einzuhalten. Radfahrer fordern Abstände ein. Doch wo halten sie Abstand zu Fußgängern (und auch zu KfZ)?
Mir ist auch nicht klar, warum so viele Fußgänger sich das alles gefallen lassen. Der Herr, von dem ich oben schrieb, machte bereitwillig Platz und wich auf die Wiese aus. Warum? Der Radfahrer hat zu bremsen, ggf. anzuhalten. Nicht der Fußgänger. Verständnis von Radfahrern zu erhalten, wäre sinnlos. Der Zug ist abgefahren. Nicht der Fußgänger hat zu springen, sondern der Radfahrer zu bremsen und anzuhalten. Gängige Regel in Rechtsvorschriften: Fußgänger haben Vorrang.
Die Probleme mit Radfahrern wurden auch in den Leserbriefen zur Balduinbrücke und dem dortigen Verkehrsversuch thematisiert. Fast jeder Leserbriefautor brachte das Thema "Gefährdung von Fußgängern durch Radfahrer". Mir sind die Probleme mit Radfahrern aus Berlin und auch hier in Koblenz sehr vertraut. Themen wie Räder an der verletzlichen Rinde von Bäumen, auf Rasenflächen, an Denkmalen oder auf dem Gehweg herumliegend, lasse ich hier mal weg. Oder Radfahrer, die durch Grünanlagen fahren. Genauso vertraut sind mir die Reaktionen von Ordnungsämtern und Polizei.
Stadtverwaltung Koblenz, Polizei, Ordnungsamt, ADFC: Was gedenken Sie gegen die Radfahrer (u eScooter-Nutzer) zu unternehmen? Wann setzen Sie endlich die normalsten Regeln der StVO, der Vorschriften für das Verhalten in Grünanlagen und dergleichen mehr durch? Sparen Sie sich bitte das Gerede von Fußgängerschutz durch Radwege. Die fahren ohnehin auf den Gehwegen. Ob mit oder ohne Radweg. Also bitte, unternehmen Sie endlich etwas.