DetektiVir war ein BMBF-Sicherheitsforschungsprojekt zur schnellen Erkennung unbekannter viraler Erreger.
Der volle Titel war „Ad-hoc-de-novo-Detektion viraler Erreger mit adaptiver Diagnostik zur Verhinderung von Epidemien“.
Ziel war ein modularer Diagnostik-Workflow von Probenahme über NGS-Sequenzierung, Analyse und Datenbank bis zum Testergebnis.
Die Daten sollten in einer Datenbank verknüpft und auswertbar gemacht werden, um bei neuen Erregern schneller reagieren zu können.
Projektlaufzeit: 10/2015 bis 12/2018, Gesamtzuwendung: € 1,3 Mio.
Projektpartner waren FLI, JPT Peptide Technologies GmbH Berlin und Scopeland Technology GmbH; Koordinatorin war Dr. Anne Pohlmann am FLI.
Warum JPT/BioNTech?
Weil JPT genau den Baustein liefern konnte, der im Projekt gebraucht wurde: Peptidarrays bzw. Peptidbibliotheken für serologische Erregercharakterisierung, also die Frage: Welche Antigen-/Peptid-Signaturen eignen sich zur Diagnostik oder Immunantwort-Erkennung?
JPT war nicht „eigentlich BioNTech“ im Sinne einer bloßen Tarnbezeichnung, sondern eine eigene GmbH in Berlin, die seit 2009 zur BioNTech-Gruppe gehörte.
JPT selbst schreibt, dass es 2009 eine hundertprozentige BioNTech-Tochter wurde; BioNTech-Unterlagen zeigen später, dass JPT über BioNTech Diagnostics vollständig im Konzern hing und keine externen JPT-Gesellschafter hatte.
Warum am Friedrich-Loeffler-Institut?
Das passt fachlich: Das FLI ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit und arbeitet an Prävention, Diagnose und Bekämpfung von Tierseuchen sowie am Schutz vor Zoonosen.
Gerade neue Viren, Vogelgrippe, MERS-artige Szenarien und zoonotische Erreger sind klassische One-Health- und Tiergesundheits-Themen.
Das FLI hat außerdem spezifische Kompetenz in Virusdiagnostik und NGS-basierter Pathogencharakterisierung; es beschreibt die Analyse von Erbgut aus Proben unterschiedlicher Herkunft zur Identifikation und Charakterisierung enthaltener Viren als Schwerpunkt.
Zur Deutschen Bank AG Mainz:
Der vorgelegte Vertrag ist (aktuell) kein Beleg dafür, dass die Deutsche Bank das DetektiVir-Projekt „im Anschluss“ fachlich finanziert hat.
Aber, der Kreditvertrag ist datiert auf den 18.07.2018, also noch während der BMBF-Projektlaufzeit bis 12/2018.
Er erscheint in BioNTech-/SEC-Unterlagen als normales "Loan Agreement" zwischen JPT Peptide Technologies GmbH und der Deutsche Bank AG Mainz über 450.000 €.
Der wichtigste Punkt ist daher (aktuell): DetektiVir wurde öffentlich über das BMBF-Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ gefördert; die Deutsche-Bank-Vereinbarung war ein separater Kredit an JPT/BioNTech's Tochtergesellschaft.
Weitere Vertrags- und / oder z.B. Buchhaltungsunterlagen sind erforderlich, um die Details zu klären.
Die plausible Struktur sieht so aus:
BMBF → DetektiVir-Verbundförderung → FLI als Koordinator / NGS & Virusdiagnostik → Scopeland als Datenbank-/Softwarepartner → JPT als Peptidarray-/Serologiepartner → JPT gehört zur BioNTech-Gruppe → Deutsche Bank Kredit 2018 an JPT als separater Unternehmensfinanzierungsbaustein.