Republikaner haben eine tolle Idee, wer all die Arbeit der deportierten Migranten machen soll: Kinder und Alte! In Florida haben sie bereits einen Gesetzesentwurf eingereicht, wonach Kinder ab 13 Jahren auch während der Schulwoche Nachtschicht machen sollen dürfen. Alte haben aufgrund der geringeren Rente, mangelnden Krankenversicherungen und wegfallenden Sozialleistungen keine andere Wahl, als bis zum Umfallen zu arbeiten.
Auszug aus meinem Buch "Die DNA der USA:"
"... Nomadenland
Immerhin wird Gabler seinen Ruhestand in seinem Häuschen verbringen können. Für Millionen anderer Amerikaner bleibt ein solch bürgerlicher Ruhestand ein unerreichbarer Traum. Sie gehören zu den »amerikanischen Nomaden«, von denen viele nach der großen Finanzkrise von 2008 ihre Existenz und ihre Ersparnisse verloren haben. Sie leben am Existenzminimum und werden vermutlich nie in Ruhestand gehen können. Weil sie sich keine Miete leisten können, leben sie in Wohnmobilen, Pkws und Zelten und verdingen sich als Saisonarbeiter. Einen Großteil des Jahres sind sie auf Achse, um befristete Jobs zu Niedriglöhnen ohne Sozialleistungen zu verrichten. Wie viele Menschen eine solche Existenz führen, ist nicht genau bezifferbar, weil Amerikaner offiziell einen festen Wohnsitz nachweisen müssen, sodass auch nicht-sesshafte Menschen dies wahrheitswidrig tun. Allerdings weisen die steigenden Mieten, Immobilienpreise und andere Indizien darauf hin, dass die Anzahl der Wanderarbeiter stetig weiter wächst. Auch in Städten nehmen Wohnmobile in Randgebieten, unter Unterführungen und auf Parkplätzen zu, weil die Mieten für Menschen, die lediglich einen Mindestlohn beziehen, unerschwinglich geworden sind. Ein Großarbeitgeber für diese Nomaden ist Amazon.
Insbesondere zur Hochsaison, wie Weihnachten, benötigt das Unternehmen Zeitarbeitskräfte für seine Fulfillment-Center.
Unter den sogenannten Workcampern befinden sich viele »gescheiterte Existenzen«, die sich ein solches Leben vorher niemals hätten vorstellen können. Menschen, die ihr ganzes Leben fleißig gearbeitet und ein Mittelklasse-Dasein geführt haben, bis sie ein Umstand finanziell aus der Bahn geworfen hat. Ein Arbeitsplatzverlust, eine Werksschließung, eine unerwartete schwere Krankheit – und schnell entgleist der amerikanische Traum. Selbst als Nomaden sind sie nur eine Autoreparatur oder nur wenige unbezahlte Rechnungen entfernt von der Obdachlosigkeit. Und Obdachlose gibt es in Amerika viele, geschätzt eine halbe Million Menschen.
In ihrem Bestseller Nomadland: Surviving America in the Twenty-First Century,147 der die Vorlage für den Oscar-gekrönten Film Nomadland war, beschreibt Jessica Bruder einen Mann namens Don Wheeler, der sich nach einer erfolgreichen Karriere als international gefragter Softwaremanager mit seiner Frau in einem ansehnlichen Haus in Kalifornien zur Ruhe gesetzt hatte und seiner Leidenschaft für schnelle Autos frönte. Im Alter von 69 Jahren und nunmehr geschieden fand er sich in einem Wohnmobilpark in Nevada wieder. Seine Frau hatte das Haus nach der Scheidung zugesprochen bekommen und seine Ersparnisse hatten sich in der Finanzkrise von 2008 in Luft aufgelöst. Während er vorher 100 000 Dollar im Jahr zur Verfügung hatte, musste er nunmehr mit 75 Dollar in der Woche über die Runden kommen. Auch er verdingte sich im Amazon-Lagerhaus in Zwölf-Stunden-Schichten mit nur ein paar extrem kurzen Pausen.
Selbst die meisten der Wanderarbeiter zeichnen sich durch den für die Amerikaner typischen Optimismus aus. Sie versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen und viele von ihnen romantisieren ihre Existenz geradezu, obwohl sie sich durch einen ständigen Überlebenskampf auszeichnet. In gewisser Hinsicht ist es sicherlich konstruktiv, sich auch in fortgeschrittenem Alter zu disziplinieren und weiterzuentwickeln. Aber die meisten der Wanderarbeiter haben gar keine andere Alternative. Sie müssen, auch wenn sie über 70 sind, eine Hüftoperation hinter sich haben und an Rückenschmerzen leiden, einen Job bei der Zuckerrübenernte annehmen, weil sie ansonsten auf der Straße landen würden. Und das im reichen Amerika.
Über die Jahre habe ich viele deprimierende Medienberichte über die persönlichen Schicksale der von der Altersarmut gezeichneten Menschen mitbekommen. Auch im richtigen Leben begegnen mir solche Menschen, selbst in New York. Da ist die über 80-jährige Dame im Supermarkt, die so wirkt, als könne sie kaum noch stehen, und den Kunden die Einkaufstaschen füllt. Oder der Kellner, den ich über die Jahre auf Events beobachtet habe, und der schon fortgeschrittenen Alters war, als ich ihn das erste Mal wahrgenommen habe. Beim Servieren zittern ihm so die Hände, dass man ihm die Arbeit am liebsten abnehmen würde. Diese Menschen sind gesellschaftlich »unsichtbar«, und sie müssen sich glücklich schätzen, wenn sich jemand dazu erbarmt, sie für einen Hungerlohn einzustellen.
Erwerbstätig obdachlos
In Lohn und Brot zu stehen bewahrt nicht vor Obdachlosigkeit. Das zeigen die erwerbstätigen Obdachlosen, die aufgrund des Mangels an erschwinglichen Wohnungen in vielen Städten der USA ein wachsendes Problem sind. Viele dieser Menschen führen ein Schattendasein, von dem die meisten Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, gar nichts mitbekommen. ..."
Fox: “There are wonderful jobs in farming and construction [that immigrants are doing]... allow children to do it!”
The MAGA movement is now just openly advocating for child labor.
Their ideology boils down to only two things: cruelty and regression.
x.com/MikeSington/status/194…