Ein 8k TEU Containerschiff braucht ~200 t Schweröl am Tag. Das Vollgewicht liegt bei ~120 kt. Der Wirkungsgrad der Schiffsdiesel (~2 kt) liegt bei ~50%. In 200 t Schweröl befinden sich ~2.200 MWh Primärenergie, der Strombedarf läge also pro Tag bei 1.100 MWh. Mit Lithium-Ionen-Akkus wären wir also bei ~6 kt Batterie pro Tag. Mit Lithium-Luft-Akkus, wenn die irgendwann mal soweit sind, vielleicht eine kt pro Tag.
Während Dieselmotoren bei KfZ ca. 1 kW/kg wiegen, hat ein E-Motor für KfZ ~25 kW/kg. Große Schiffsmotoren haben eher ~35 W/kg und sind damit um den Faktor 30 schlechter als KfZ-Motoren. Vermutlich legt man hier sehr viel wert auf Robustheit. Aber unterstellen wir mal dieses Verhältnis für einen Schiffs-E-Motor. Dann wiegt der nur 80 t statt 2.000. Das Gewicht des Elektromotors ist also fast vernachlässigbar.
Ein großer Schiffsmotor kostet ~30 Mio. €. Batterien für einen Tag würden ~110 Mio. € kosten. 200 t Schweröl kosten ~140k €. 1.100 MWh Strom wahrscheinlich ähnlich viel.
Also für Kurzstrecke (~1 Tag), sind Batterieschiffe zumindest eine Option. Nur für die großen Strecken (~30 Tage) wäre die Batterie schwerer als das vollbeladene Schwerölschiff und wäre ~100x teurer als der Verbrenner.
Mit 42*350 = 14.700 m² Fläche hätten die Schiffe Platz für eine 3 MW PV Anlage, die auf den äquatornahen Routen rund 16 MWh pro Tag produzieren könnten. Das wäre ~1,5% des Tagesbedarfs...
Gäbe es da nicht eine CO2-freie Technologie, die schon seit Jahren erfolgreich große Schiffe über die Weltmeere schickt?
Schon, aber die gefällt Lauterbach vermutlich nicht. Glücklicherweise gibt es trotzdem inzwischen ein paar Unternehmen, die genau diese Technologie für die kommerzielle Nutzung weiterentwickeln wollen.
LKW und Schiffe sind auf dem Weg zum Batteriebetrieb. Lobbyisten haben dies immer als unmöglich dargestellt. Jetzt wird der Markt es erzwingen. Eine kluge Industriepolitik hätte Deutschland zu einem Exportweltmeister hier machen können. Jetzt wird es wohl China sein…