Erst wenn das letzte Auto am Straßenrand verstummt, die Firmentore endgültig verriegelt sind, die Heizkörper kalt und der Kühlschrank nur noch gähnende Leere zeigt – erst wenn der Hunger die Kinder nachts weinen lässt und die Familie schlaflos in der Dunkelheit liegt – werden die Letzten begreifen:
Sie haben viel zu lange zugesehen. Sie haben zugesehen, wie die Grundlagen dessen, was ein Leben lebenswert macht, still und systematisch zerlegt wurden.
Sie haben zugesehen, wie Fleiß bestraft, Leistung verhöhnt und Verantwortung zur Last erklärt wurde. Sie haben zugesehen, wie die Lichter einer ganzen Zivilisation langsam, aber unaufhaltsam erloschen – und haben geschwiegen, weil es bequemer war, den Blick abzuwenden.
Erst wenn die eigene Not sie endlich erreicht, wenn die abstrakten Warnungen zu bitterer, greifbarer Wirklichkeit geworden sind, werden sie verstehen, dass sie selbst, durch ihr langes Schweigen, durch ihre Feigheit vor der Wahrheit und ihre Bereitschaft, sich täuschen zu lassen, den Untergang mit ermöglicht haben.