Krachs SPD entdeckt die Verkehrswende. Der Spitzenkandidat fährt privat Lastenrad statt Auto. Und seine Ziele zum Verkehr lesen sich wie das Wahlprogramm der Grünen:
Mehr Radwege, mehr Poller etc.
Das freut Grüne BezStadträte und zugereiste Ideologen, nicht aber uns Berliner.
Nicht die Krankenschwester in der Frühschicht. Nicht den Handwerker mit vollem Kombi. Nicht den Pendler, der seit zwanzig Minuten einen Parkplatz sucht. Nicht den Rentner, nicht die Schwangere, nicht Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, nicht die Floristin oder den kleinen Ladenbesitzer.
Das waren mal die Kernwählerinnen und Wähler der einst stolzen Volkspartei SPD.
In Mitte trägt die SPD längst mit, was ein grün geführtes Bezirksamt vorgibt: Kiezblocks, Poller, weniger Parkplätze, verkauft als Lebensqualität. Dumm nur, dass ein ruhiger, autofreier Kiez die Mieten darin nach oben treibt. Erst rausparken, dann rausmieten. Eine Partei, die Mieterschutz plakatiert und gleichzeitig Gentrifizierung befeuert, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem.
Und warum eine Kopie wählen, wenn das Original auch auf dem Wahlzettel steht.
Dabei hätte die SPD hier ein großes Thema: wie gestaltet man die Verkehrswende ideologiefrei, so dass die Menschen mitgenommen werden?