Dünnes Eis.
Ja, es erscheint, als ob PV Batterie im Eigenheim nicht auf Subventionen bauen müssen. Auf den ersten Blick. Auf den zweiten Blick, wird es doch spürbar.
Erster Blick: Grob gesagt kosten 5 kW PV 10 kWh Batterie aktuell rund 10k€ mit Installation, Wechselrichter etc. Schreibe ich das über 30 Jahre zu 5% ab, sind das im Jahr rund 640 €/a. Dazu noch ~100 €/a Wartung, Versicherung etc und ich muss durch den eingesparten Strom (~30 ct/kWh) 740 €/a verdienen. Kann ich von den rund 4000 kWh üblichen Haushaltsstrom 80% einsparen, ist der Gegenwert = 4000 * 0,8 * 0,3 = 960 €/a. Die Überschüsse der PV Anlage, rund 1300 kWh/a, kann ich noch zu Marktwert ins Netz abgeben, das sind ~5 ct/kWh für eine Jahresproduktion. Abrechnungsaufwand ignoriere ich mal, auch, dass ich nur das abgebe, was ich selbst nicht brauche und das hat meistens einen deutlich geringeren Marktwert (Mittags im Sommer). Nochmal 65 €/a oben drauf. Der Business Case erscheint hier eindeutig: 285 €/a Überschüsse!
Zweiter Blick: Auf den Strom zahle ich Umsatzsteuer, auf die PV-Batterie-Kombi keine. aus 640 €/a Abschreibung werden so 760 €/a Abschreibung. Der Überschuss sinkt so auf 165 €/a. Die größere Subventionen allerdings liegen versteckt im Strompreis. Der Strompreis (~30 ct/kWh) besteht grob zu jeweils einem Drittel aus Steuern, Netzentgelten, und Stromversorgung und Vertrieb.
Jemand mit einer PV-Batterie-Kombi wird sich sehr wahrscheinlich nicht vom Stromnetz abkoppeln. Warum auch, er will ja nicht 80% sondern 100% des Jahres Strom haben. Insbesondere im Winter, wenn es dunkel, bewölkt und kalt ist. Das Netz interessiert sich nicht stark für die Menge, die man abnimmt, lediglich dafür, wie viel man maximal zu welchem Zeitpunkt abnimmt. Heißt, die Netzkosten müssten eigentlich größtenteils fix verpreist werden, da PV-Batterie-Kombi-Nutzer inbesondere dann das Netz nutzen, wenn es so richtig nötig ist: an einem dunklen, kalten Januartag. Wie bei quasi jedem andere Stromnutzer auch. Locker 80% der Netzentgelte (10 ct/kWh) und der Konzessionsabgabe (1,5 ct/kWh) müssten so eigentlich fix angesetzt werden. Heißt 4000 * 0,115 * 0,8 * 1,19 = 438 €/a zusätzliche Fixkosten im Jahr. Der eingesparte Strompreis sinkt so von ~30 ct/kWh auf ~19 ct/kWh. Der oben genannte Gegenwert von 960 €/a sinkt so auf 608 €/a.
Mit der Umsatzsteuer für die PV-Batterie-Kombi und den neuen Einsparung stehen jetzt also Kosten von 860 €/a gegen Einsparung von 608 65 €/a = Verlust von 187 €/a. Den sehen die Nutzer nicht, weil dieser Verlust aktuell durch schlechte Stromverpreisung und Steuersubvention von der Allgemeinheit getragen wird.
Aber da ist das Ende ja noch nicht erreicht. Im Winter ist der Strom mindestens um 10% teurer (es gibt Ausnahmen, die größte allerdings, 2022, dürfte in der Art nicht so schnell wiederkommen). Und er ist noch teurer, wenn die Sonne innerhalb des Tages fehlt fehlt. Denn da müssen häufiger die Reservekraftwerke ran. Also 20% höhere Preise sind für den Bedarfsanteil wahrscheinlich die Untergrenze. Für die 20% Lücke sind für die weggesparten nochmal 0,9 ct/kWh weniger = 29 €/a mehr Verluste. In Summe sind wird also bei mindestens 216 €/a Verlusten angekommen. Das wird mit zunehmendem PV-Anteil noch stärker werden (dieser April hatte PV den historischen niedrigesten Wert im Vergleich zur Last von 27%). Mit Wärmepumpen wahrscheinlich ebenso.
Die eigentlichen Verluste und die effektiven Gewinne summiert sind das, was die Allgemeinheit den Kombi-Besitzern aktuell zukommen lässt. Also in dem Beispielfall sind das 501 €/a. Ich werfe niemanden vor, dass er diesen Vorteil nutzt. Es ist meine Schuld, wenn ich Politik zulasse, die diese sinnlose Subvention ermöglicht (bitte beachten: das EEG ist hier noch nicht berücksichtigt).
An der Anlage ist nix subventioniert du Vogel - es geht euch nur um Hetze