Netzdienlicher Einsatz: PV mit Batteriespeicher
Die Kosten des Netzausbaus werden in Zukunft wesentlich den Strompreis bestimmen. Die Kosten der Erzeugung durch Wind- und Solarenergie sinken stetig, ebenso die Kosten für Batteriespeicher, aber die Netzkosten nehmen stark zu. Dies hat mehrere Gründe: Einerseits muss das Netz mit stärker schwankenden Erzeugern (Fachbegriff "volatil") klar kommen, andererseits ist die un-überwachte Klein-Abnehmerseite potenter geworden (Wallboxen, Wärmepumpen, PV-Eigenerzeugung, Privatspeicher): Während früher (bis auf die elektrischen Nachtspeicheröfen mit von den Energieversorgern vorgegebenen Nutzungszeiten) die Leistungen bei Haushaltsabnehmern eher gering waren und die Industrieabnehmer in enger Kooperation mit den Energieversorgern und Netzbetreibern arbeiteten, hat die Energiewirtschaft es mit vielen neuen unbekannten Abnehmer- und Erzeugergrössen ("Prosumern") zu tun. Dies führt dazu, dass zwar einerseits die objektiven technischen Anforderungen gestiegen sind, aber andererseits auch ein gehöriger "Risikozuschlag" eingeführt wurde: Sowohl die Planung, mit extremer Worst-Case-Auslegung, als auch die Finanzierung (Risikobetrachtung) sichern sich sehr stark ab. Da auf dem Gebiet des Netzausbaus nur wenig ernstzunehmende Konkurrenz herrscht, gibt es auch keine Veranlassung die überhöhten Angebotspreise zu überdenken.
Ein netzdienlicher Einsatz von Betriebsmitteln würde zumindest die objektiven Kosten erheblich senken. Eine gute Möglichkeit dazu bieten z.B. PV-Kraftwerke mit Batteriespeichern: Normalerweise sorgt das Batteriemanagementsystem dafür, dass der Speicher baldmöglichst mit PV geladen wird, z.B. früh morgens sobald die ersten Sonnenstrahlen da sind, wodurch der Batteriespeicher bereits um 10 oder 11 Uhr bereits gefüllt ist, und der Solarstrom ab diesem Zeitpunkt ins Netz eingespeist wird, wodurch der Solarstrommangel frühmorgens und der Solarstomüberschuss mittags noch verstärkt wird. Das ist tatsächlich das Gegenteil von einem netzdienlichen Betrieb ("netzfeindlich"?), wodurch die Kosten für alles steigen. Ein netzdienlicher Betrieb sähe folgendermaßen aus: Frühmorgens versorgt immer noch die Batterie den Haushalt (so wie in der Nacht) und speist den knappen Solarstrom ins elektrische Netz ein, erst ab ca. 10 Uhr wird dann die Batterie geladen und eine PV-Netzeisnpeisung unterbleibt bis zum Nachmittag. Dadurch sinkt die Dynamik im Netz, die Netzkosten fallen, es gibt weniger PV-Strommangel morgens (d.h. reduzierter Einsatz von fossilen Reservekraftwerken, weniger CO2, wnigerKosten) und danach weniger PV-Überschuss mittags (d.h. weniger Überschuss, negative Strompreise und weniger Verschwendung). Diese Maßnahme ließe sich durch einen einfachen Softwareupdate des Batteriemanagements realisieren - vorausgesetzt die Batterie ist genügend gross, um den Haushalt morgens (und ggf. abends) noch mit zu versorgen. Um einen Anreiz dafür zu schaffen, wird neben einem dynamischen (Erzeuger-)Strompreis zusätzlich noch ein dynamisches Netzentgelt vorgeschlagen - damit wäre der netzdienliche Betrieb für Betreiber eines PV-Kraftwerkes mit Batterie (oder sogar nur als Speicherbetreiber) attraktiv.
Eine entsprechende Petition wurde im April 2025 im Deutschen Bundestag eingereicht:
"Petition 177835
Speicherung - Netzdienliche Zwischenspeicherung erneuerbarer Energien durch Kleinspeicher
Kleinspeicher könnten mit bereits 15 GWh installierter Kapazität und starkem Wachstum einen großen Beitrag zur Energiewende leisten. Aktuell arbeiten sie aber meist nicht netzdienlich (Netzausbausparend). Diese Petition fordert: Bürokratische Hürden abbauen, Netzdienlichkeit durch Anreize und Markttransparenz fördern, mit Smart-Meter-Light-Lösungen Kosten senken und den Rollout beschleunigen. Machen wir Kleinspeicher zu einem echten Baustein der Energiewende!
Erneuerbare Energien nutzen statt abregeln
Die netzdienliche Zwischenspeicherung erneuerbarer Energien trägt dazu bei, dass ihr Anteil an der deutschen Stromversorgung insgesamt weiter steigen kann.
Kleinspeicher können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn Nutzer von Kleinspeichern und Steckerspeichern - auch ohne PV - dank Entbürokratisierung, fairer Entgeltsystematik, einfachem Zugang zu Smart Metern Anreize bekommen, ihren Strom dann zu nutzen, wenn es sich wirtschaftlich für sie lohnt, senkt das nicht nur Kosten, es stabilisiert zudem das Netz und vermeidet negative Strompreise.
Kleinspeicher bieten den Vorteil, dass sie schnell und unbürokratisch installiert werden können und im Verteilnetz wirksam sind.
Wir fordern, dies durch folgende Schritte zu gewährleisten: Nutzen statt Abregeln!
Derzeit können nur Anlagen, die §14a EnWG unterliegen, zeitvariable Netzentgelte (Modul 3) nutzen. Es braucht eine Öffnung für Kleinspeicher mit und ohne PV- Anlage für weiterentwickelte variable Netzentgelte oder andere effizientere Signale, die die tatsächliche Netzbelastung vor Ort widerspiegeln. In der Kombination mit dynamischen Stromtarifen, die sich am regionalen Dargebot der Erneuerbaren bemessen, führen sie zu Strompreisen, die helfen, Netzausbaukosten zu minimieren und dazu beitragen, mehr Erneuerbare zu nutzen, statt sie abzuregeln.
Vereinfachte Energiemessung (Smart Meter light)
Für viele Wohnungen und Haushalte ohne größere Erzeugungsanlagen oder steuerbare Verbraucher oder niedrigem Stromverbrauch ist ein Smartmeter (Intelligentes Messystem mit Smart-Meter-Gateway und Steuerbox) nicht kosteneffizient und technisch zu komplex.
Um Kleinspeicher und intelligente Verbraucher netzdienlich nutzen zu können, ist eine zeitgenaue Erfassung des Verbrauchs jedoch notwendig. Für solche Haushalte wäre eine moderne Messeinrichtung mit vereinfachter Datenkommunikation ohne Rückkanal, effizienter und günstiger. Zudem kann damit ein beschleunigter Rollout erreicht werden. BSI und BNetzA sollten daher die Nutzung solcher “Smartmeter Light” für diese Anwendungen zulassen.
Regulatorische Gleichstellung mit Steckersolargeräten
Steckersolargeräte werden heute bereits häufig zusammen mit Speichern eingesetzt. Steckerfertige Kleinspeicher sollten daher hinsichtlich Einspeiseleistung, Anmeldung, Zählertausch und Zusammenfassung den Steckersolargeräten gleichgestellt werden. Ihr breiter Einsatz muss die Belastung der Netze reduzieren.
Strompreis-Transparenz
Netzentgelte, Steuern und Umlagen sind aktuell nicht transparent verfügbar. Um sie zur netzdienlichen Verwendung von Kleinspeichern nutzen zu können, müssen sie durch die BNetzA zentral, transparent und automatisiert abrufbar sein, bspw. über die Plattform
smard.de, um sie für autonomes Energiemanagement nutzen zu können Wünschenswert wäre auch eine Verpflichtung von Anbietern dynamischer Stromtarife zu einer einheitlichen API ihrer Tarife, damit diese innerhalb netzdienlicher Speicher besser nutzbar."
epetitionen.bundestag.de/con…