Wo kommt eigentlich der Strom her, wenn wir alle elektrisch fahren?
Klingt nach einer guten Frage. Aber guckt man genauer hin, stellt man sich die gegenteilige Frage: Wo kommt eigentlich der ganze Strom her für all die Verbrenner?
In der Theorie klingt es einfach. Verbrenner fahren mit Benzin und Diesel, das kommt aus dem Bohrloch und kann da abgepumpt werden. Wiederum: Strom muss man erstmal "erzeugen", der sprudelt nicht einfach aus dem Boden.
Aber was kommt da eigentlich genau aus dem Boden? Denn Benzin und Diesel sind es nicht. Tatsächlich kommt da klassisches Rohöl raus, das ist nicht mal übermäßig flüssig. Und noch weniger kann man damit einfach ein Auto betreiben. Auch kommt es nicht von selbst da raus.
Benzin und Diesel haben eine bemerkenswert hohe Energiedichte, da kommt auch die Reichweite dieser Autos her. Aber es ist ein weiter Weg bis dahin. Buchstäblich.
Rohöl muss raffiniert werden, also in einem hochkomplexen Prozess aufgeheizt, gefiltert und bearbeitet werden. Das braucht verhältnismäßig viel Energie. Pro Liter Benzin sind es je nach Quelle um die 1,5 kWh, für 7 Liter Benzin also beispielsweise 10,5 kWh, damit fährt ein Elektroauto bereits pessimistisch 50 km, die meisten sogar eher mehr.
Und das ist noch ohne auf AdBlue oder etwaige weitere Zusatzstoffe einzugehen. Ebenso wenig auf die verschiedenen Schmieröle, ohne die ein Verbrenner auch nicht auskommt. All das braucht weiteren Strom, um so aufbereitet zu sein, dass es für das Auto von Nutzen ist.
Zum Schluss fehlt bei weitem nicht so viel Strom, wie man erst meint. Die Frage ist eher, warum wir mit dem Strom noch Kraftstoffe aufbereiten, welche wir aus aller Welt einkaufen müssen. Die aktuellen Preise zeigen erneut, dass man mit dem Strom sinnvolleres machen kann, als ihn für Diesel und Benzin zu verheizen.
Man könnte damit auch einfach nur fahren.
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